Die Passat - eine sagenhafte 4-Mast-Bark

Die Passat

Die Passat, eine sagenhafte Viermast-Bark

Sie ist ein Publikumsmagnet und zieht die meisten Gäste Travemündes in ihren Bann. Mit ihren 115 Metern Länge, einer Breite von 14,4 Metern und ihren 4 imposanten Masten ist die Passat zu dem wichtigsten Wahrzeichen Travemündes geworden.

Am Heiligenabend 1911 stach Sie das erste Mal in See und umrundete bei ihrer Jungfernfahrt das berüchtigte Kap Horn. Die Passat wurde von der Reederei Laeisz als Frachtsegler gebaut und hatte weitere sieben Schwesternschiffe. Zusammen erlangten Sie als die Acht Schwestern Berühmtheit. Vier dieser beeindruckenden Schiffe existieren noch heute, die Peking, die Pommern, die Padua und unsere wunderschöne Passat. Die so genannten Flying P-Liner wurden unter anderem für die Salpeterfahrt eingesetzt. Für die Passat war es mit der Salpeterfahrt erst einmal vorbei, als der erste Weltkrieg ausbrach. Erst 1921 kaufte die Reederei Laeisz ihr Schiff von Frankreich zurück.

1932 entschied sich die Reederei zum Verkauf der Passat. Die Salpeterfahrt rentierte sich nicht mehr. Von nun an transportierte sie Weizen unter finnischer Flagge für die Reederei Gustaf Erikson. Ihre neue Strecke führt sie nach Australien. Vier Mal gewann die Passat die Weizenregatta auf der Fahrt zwischen Europa und Australien. Im zweiten Weltkrieg wurde sie erneut außer Betrieb genommen. Sie fristete ihr Dasein als Lagerraum und wartete geduldig auf neue Abenteuer auf hoher See.

1951 war es dann endlich soweit. Die Passat und auch ihre Schwester, die Pamir wurden in Kiel zu Segelschulschiffen umgebaut. Als solches war es Ihnen weiterhin möglich Fracht zu transportieren. Bei diesem Umbau wurde ein Hilfsmotor eingebaut, der die Passat mit 900 PS unterstützen sollte. Doch auch diese Lübecker Reederei konnte die Schiffe nicht halten und so wechselten die Pamir und die Passat erneut den Besitzer. Ab 1956 gehörten beide Schiffe zur Stiftung Pamir und Passat. Sie segelten von nun an zwischen Südamerika und Europa.

Am 21.September 1957 leitet eine Katstrophe das endgültige Ende der großen Frachtsegler ein. Die Pamir gerät in einen Hurrikan und sinkt auf dem Rückweg von Buenos Aires. 80 der 86 Mann Besatzung starben bei diesem Unglück. Das Rettungsboot, dass diesen 6 Männern das Leben rettete ist heute in der Lübecker Jakobi Kirche ausgestellt. Im gleichen Jahr gerät auch die Passat in einen Orkan. Ihre Ladung verrutschte und sie musste mit starker Schräglage in Lissabon einlaufen. Damit ging auch der letzte große Frachtsegler in den Ruhestand.

Seit 1959 gehört die Passat nun schon zu Travemünde und begrüßt Besucher ebenso wie Einheimische. Die Stadt Lübeck kaufte das sagenhafte Schiff und legt es nach umfangreicher Restaurierung am Priwall als Museumsschiff vor Anker. Es ist dem Verein Rettet die Passat e.V. zu verdanken, dass wir unsere alte Dame so gut in Schuss bestaunen können.

66 der insgesamt 86 Flying P-Liner hatten Namen die mit „P“ beginnen und wurden in den Reedereifarben Schwarz, Weiß, Rot gestrichen. Wenn du wissen möchtest was es mit dem „P“ am Anfang auf sich hat, begleite mich gerne auf einer sagenhaften Stadtführung durch das wunderschöne Ostseebad Travemünde.

Die 4-Mast-Bark erleben

Webseite der Stadt Lübeck mit weiteren Informationen

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