Elisabeth Sage Heiligen-Geist-Hospital

Elisabeth Sage

Elisabeth Sage

Im Heiligen-Geist-Hospital findet sich eine umfangreiche Darstellung der Elisabeth Sage. Das Leben von Elisabeth ist in 23 Bildern am Lettner der Kirche angebracht. In einer Zeit in der Bildung nur einer sehr kleinen Gruppe von Menschen vorbehalten war, sind Bilder die einzige Möglichkeit Geschichten weiterzugeben. Lesen konnten immer noch zu wenig Menschen in der Bevölkerung.

Die Bilderreihe wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts angebracht.

Elisabeth wurde am ungarischen Hof geboren. Sie wurde bereits mit vier Jahren an den Hof in Thüringen gebracht und sollte dort politisch vorteilhaft verheiratet werden. Ihre Aussteuer war prächtig und wertvoll. So soll z.B. Ihre Wiege aus reinem Silber gewesen sein. Elisabeth wuchs glücklich und sehr christlich auf. Sie teilte schon sehr früh ihren Besitz oder ihren Gewinn beim Spielen mit Freundinnen.

Kaum 13 Jahre alt wurde Sie verheiratet. Aus heutiger Sicht sicher verwerflich aber damals normal. Ihr Mann Ludwig war zu diesem Zeitpunkt bereits 20 Jahre alt. Das Glück war auf der Seite des jungen Paares denn Sie empfanden große Zuneigung für einander. Elisabeth begleitete Ihren Mann sogar auf Reisen um in seiner Nähe zu sein. Sie bekam 3 Kinder mit Ludwig und schwor ihm ewige Treue bis über den Tod hinaus.

In der Bevölkerung war man Elisabeth gegenüber skeptisch. Sie pflegte Menschen, die deutlich weniger hatten als sie selbst. Der Sage nach verschrieb sie Ihr Leben den Armen und half Ihnen wo sie nur konnte. Sie verließ regelmäßig die Wartburg um sich persönlich um kranke Menschen zu kümmern. Damals reagierte der Hof mit Entsetzen, weil sie es wagte diese Menschen zu Berühren. Ihr Mann stand trotz aller Wiederstände hinter Elisabeth und ließ sie sogar ein Asyl für Kranke und Arme unterhalb der Burg einrichten.

Besonderes Aufsehen erregte Elisabeth, weil Sie in der Kirche ihre Krone absetzte. Damit demonstrierte sie Unterwürfigkeit dem einzig wahren Herrscher gegenüber.

Ihr Mann starb währen eines Kreuzzuges ins Heilige Land an einer Seuche. Die Regierung übernahm Ludwigs jüngerer Bruder. Ihm war Elisabeths Verhalten ein Dorn im Auge.

Sie verweigerte sich einer neuen Ehe und dem Kloster. In frühen Überlieferungen verließ Sie heimlich die Wartburg. Später wurde die Sage so umformuliert, dass Elisabeth vertrieben wurde.

Ihr Erbe hatte sie sich erkämpft und mitgenommen. Denn damit hatte Sie großes vor. Vor den Toren von Marburg ließ sie ein Hospital bauen und tat weiter das, was sie schon zuvor so hingebungsvoll getan hatte. Sie pflegte arme und kranke Menschen.

Ich finde die Sage von Elisabeth beeindruckend und ich finde es wunderschön, dass sie das Lübecker Heiligen-Geist-Hospital verschönert. Elisabeth hat viele Opfer gebracht für Ihre Berufung, so hat sie z.B. ihre drei Kinder in ein Kloster gegeben und ließ sie dort zurück.   

Wer einen Stadtrundgang durch Lübeck macht sollte das Heiligen-Geist-Hospital auf jeden Fall besuchen. Die Elisabeth Sage ist nur eines von vielen beeindruckenden Details dieser sagenhaften Sozialeinrichtung des 13. Jahrhunderts.

Wenn du mehr über das Heiligen-Geist-Hospital erfahren möchtest, kannst du gerne eine sagenhafte Stadtführung mit mir buchen. Dann zeige ich dir auch einen waschechten Armleuchter und erzähle dir wie es sich in einem winzigen Kabäuschen lebte.

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